AIM und Mitglieder begrüßen den EU-Plan für kardiovaskuläre Gesundheit
AIM und seine Mitgliedsorganisationen begrüßen die Initiative der Europäischen Kommission, einen EU-Plan für kardiovaskuläre Gesundheit zu entwickeln. Als Verband solidarischer, gemeinnütziger Krankenkassenverbände und Krankenkassen erleben wir täglich die gravierenden Auswirkungen von Herz- Kreislauf Erkrankungen auf Betroffene, Arbeitsplätze und öffentliche Haushalte.
Wir setzen uns für einen gezielten EU-Rahmen ein, der sicherstellt, dass ein Kernbereich hochwertiger Maßnahmen in allen Mitgliedstaaten wirksam umgesetzt wird, bei gleichzeitiger Flexibilität für lokale Anpassungen. So entstehen bedeutende und vergleichbare Fortschritte.
Europaweit sehen wir wiederkehrende, lösbare Herausforderungen:
• Viele Patientinnen und Patienten setzen blutdrucksenkende Medikamente im ersten Jahr nach der Diagnose ab oder nehmen sie unregelmäßig ein.
• Menschen mit Herzinsuffizienz haben nach der Entlassung ein hohes Risiko für Wiederaufnahmen.
• Gesundheitsinformationen sind oft schwer verständlich, und Versorgungslücken bestehen weiterhin bei Frauen und einkommensschwächeren Gruppen.
Diese gemeinsamen Probleme erfordern eine gemeinsame und praktische Antwort. Wir fordern die Kommission auf, einen klaren Rahmen auf vier Säulen aufzubauen:
Therapietreue in der Primärversorgung verankern
Für neu diagnostizierte Hypertonie sollte die Primärversorgung folgendes umfassen:
• Finanzierung von Beratungsgesprächen durch Pflegefachpersonen oder Apotheker,
• einfache Erinnerungen per SMS oder App,
• Einsatz von Ein Tabletten Kombinationen, wo dies sinnvoll ist.
Dies muss mit einer einfachen EU weiten Kennzahl für die Therapietreue kombiniert werden, Anteil der abgedeckten Tage, gemessen nach 6 und 12 Monaten und stets verknüpft mit Zielwerten für den Blutdruck.
Versorgung nach Entlassung bei Herzinsuffizienz stärken
Ein Mindestangebot an Telemonitoring sollte folgendes umfassen:
• Risikostratifizierung und geplante Fernkontrollen,
• klare Eskalationsregeln und strukturierte Patientenschulung,
• grundlegende Interoperabilität zwischen Geräten und Anwendungen.
Die Vergütung sollte teilweise an Ergebnisse wie reduzierte Wiederaufnahmeraten gekoppelt sein.
Gesundheitskompetenz und Geschlechtssensibilität in Versorgungswege integrieren
Konkret durch
• verständliche Entlassungsunterlagen und Medikationspläne,
• die Teach Back Methode zur Überprüfung des Verständnisses,
• verbindliche geschlechtssensible Standards und Auswertung der Ergebnisse nach Geschlecht, Alter und sozioökonomischem Status.
Zusätzliche Unterstützung auf Menschen mit höchstem Bedarf konzentrieren
Routinedaten nutzen, um die 10 Prozent der Patientinnen und Patienten mit den komplexesten Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu identifizieren, und ein Leistungspaket anbieten, einschließlich Unterstützung der Therapietreue, Telemonitoring und Vermittlung zu sozialen Angeboten.
Für den Erfolg braucht der Plan robuste Messung und ein klares Bekenntnis zur Chancengleichheit. Wir empfehlen:
• EU weite Messung von Therapietreue, Blutdruckkontrolle, Wiederaufnahmen und patientenberichteten Ergebnissen,
• Veröffentlichung aller Ergebnisse, aufgeschlüsselt nach Geschlecht, Alter und sozioökonomischem Status,
• grundlegende Interoperabilitätsstandards zur Vermeidung von Anbieterabhängigkeit sowie klare, sichere Daten Governance.
Dies ist ein Aufruf zu einer EU-Strategie mit nationaler Umsetzung. Programme unserer Mitglieder zeigen bereits, dass diese Unterstützungen die Therapietreue und Behandlungsergebnisse verbessern. AIM ist bereit, die Kommission bei einem wirkungsvollen Plan zu unterstützen, der Kontrollraten erhöht, vermeidbare Krankenhausaufenthalte verringert und Gesundheitsgerechtigkeit stärkt.