Wer sind wir

Der Internationale Verband der Krankenkassenverbände und Krankenversicherungen auf Gegenseitigkeit (AIM)

Der Internationale Verband der Krankenkassenverbände und Krankenversicherungen auf Gegenseitigkeit (AIM) ist ein internationaler Dachverband für Krankenversicherungen auf Gegenseitigkeit und Krankenkassen.

Unsere 57 Mitglieder aus 30 Ländern in Europa, Lateinamerika, Afrika und dem Mittleren Osten sind gemeinnützige Organisationen, die rund 240 Millionen Menschen Gesundheitsschutz sowie Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung bzw. Zusatzkrankenversicherungsleistungen bieten. Daneben betreiben einige Mitglieder Gesundheits- und Sozialeinrichtungen. Unsere Mitglieder sind Gegenseitigkeitsgesellschaften und Krankenkassen, die ihre Überschüsse unabhängig von Anteilseignern auf Basis des Solidaritätsprinzips zum Wohle ihrer Versicherten einsetzen. Die Mitglieder sind:

  • Unabhängige privatrechtliche Gesellschaften
  • Demokratische Organisationen
    (mit gleichem Stimmrecht für jedes Mitglied)
  • Öffentliche oder private Organisationen
  • Von Vertretern der Versicherten und der Sozialpartner geleitet

HERAUSFORDERUNGEN

Gerade heute, angesichts von Herausforderungen wie der alternden Gesellschaft, dem erhöhten Aufkommen chronischer Erkrankungen,
steigenden Gesundheitsausgaben und sich ändernden Lebensgewohnheiten, bestätigt die AIM die Gültigkeit ihrer Werte

&

Kostenwirksame und bezahlbare Gesundheitssysteme

Gestärkte Krankenversicherungsvereine auf Gegenseitigkeit, unter Anerkennung ihres Wertes für die Sozialwirtschaft

Gesundheitsschutz für Alle – ohne Ungleichheit

 

Die Anfänge

Die Gegenseitigkeitsbewegung erstarkte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Antwort auf das wachsende Unsicherheitsgefühl in der Arbeiterklasse. Die Zunahme an Lohnabhängigen, deren geringe Bezahlung, die Machtlosigkeit der Arbeitnehmer gegenüber Krisen und Währungsschwankungen sowie letztlich der willkürliche Zugang zu Arbeit ließ die Arbeiterklasse verarmen. Dennoch wollten die Arbeiter in dieser Situation nicht wie mittel- und erwerbslose Personen auf öffentliche Hilfe oder Wohltätigkeit angewiesen sein. Daher gründeten sie Solidaritätsfonds, in welche ein Teil des Lohnes eingezahlt wurde, um denjenigen zu helfen, die bestimmten Risiken ausgesetzt waren: Krankheit (Invalidität), Unfall, Alter, Tod usw. Diese gegenseitige, arbeitnehmerfinanzierte Hilfe zur Überwindung solcher Risikosituationen legte den Grundstein für die Sozialversicherung und deren Finanzierung.

Bereits Ende des Jahrhunderts unterlagen Krankenversicherungen auf Gegenseitigkeit umfassenden rechtlichen Vorgaben. Mit zum Teil hohen Mitgliederzahlen in etlichen Ländern führten starke nationale, miteinander kooperierende Gegenseitigkeitsbewegungen sowie eine eindrucksvolle Internationalisierung sozialer Fragestellungen im Jahr 1900 zum ersten Internationalen Gegenseitigkeitskongress. 1906 wurde auf einem der Folgekongresse in Mailand die „International Mutuality Federation“ gegründet, der Vorläufer der AIM.

Nach den zwei Weltkriegen erlebte die Gegenseitigkeitsbewegung einen Aufschwung. Die Internationale Zentralstelle der Sozialversicherungsträger (CIMAS) entwickelte sich im Einklang mit dem europäischen Willen zur Stärkung der Sozialversicherung. 1947 wurde aus der CIMAS die Internationale Vereinigung für Soziale Sicherheit (IVSS), wodurch ein Wandel von Sozialversicherung hin zu einem umfassenderen Konzept sozialer Sicherheit vollzogen wurde.

Für einige Gegenseitigkeitsvertreter war die Namensänderung ohne den Begriff „Gegenseitigkeit“ nicht tragbar. So wurde auf einem separaten Treffen einiger Direktoren großer Gegenseitigkeitsfonds eine Erklärung erstellt, welche die Rolle, das Wesen und die Forderungen der Gegenseitigkeitsbewegung herausstellte und daran erinnerte, dass Gegenseitigkeit „die treibende Kraft bei der Verbesserung der sozialen Sicherheit“ gewesen sei.

Gleichzeitig wurde mit dem „Internationalen Informationszentrum für Gegenseitigkeit“ (CMIM) eine neue Organisation gegründet, aus der am 28. Januar 1950 die AIM hervorging.